Ratchet & Clank

Eine Discokugel schwebt unter der Decke und dreht sich rhythmisch zur groovy Musik und wippt dabei ganz leicht im Takt. Das Licht bricht sich auf der silbrigen Oberfläche und bunte Lichtkaskaden beleuchten die Tanzenden darunter. Soweit so gut. Dann nehme ich meinen „Omega RYNO Extreme!!!!“-Raketenwerfer zur Hand und blastere alles was sich bewegt von der Tanzfläche. Extrem geil.

Klingt jetzt irgendwie nach einer besonders vermurksten Einleitung zu einem Videospiele-Review, oder?! Äh, ja. Die Rede ist natürlich von Ratchet & Clank, dem aktuellen Remake eines wahren PS2-Klassikers (nie gespielt!). Außerdem ist es das Videospiel zum gleichnamigen Film, der Ende April in die Kinos kam, der wiederum ein Film zu dem besagten Videospiel von damals™ ist. Klingt kompliziert? Ist es überhaupt nicht. Kompliziert ist vielleicht die Einsortierung des Spiels in ein Genre. Versuchen wir es mal: Ratchet & Clank ist ein 3rd Person-Shooter/Action-Adventure/Platform/Puzzler. Jedenfalls so ungefähr.

Unser Held ist ein „Lombax“ namens Ratchet. Ihr erkennt ihn an seiner gesunden gelb-braunen Fellfarbe und den großen Ohren. Besondere Merkmale: auf seinen Rücken ist meistens ein Miniatur-Roboter mit Propeller geschnallt. Das ist Clank. Die beiden sind Freunde und Mitglied des intergalaktischen Schutztrupps unter Führung von Captain Qwark. Alles klar soweit?

Ratchet war Mechaniker bevor er zu den Schutztruppen stiess, daher ist seine erste Waffe auch ein Schraubenschlüssel, den er das ganze Spiel über verwenden kann. Was er natürlich nicht tut, denn die größte Firma des Universums – Gadgetron – hat so etwas wie ein Waffen- und Munitionsmonopol und versorgt den pelzigen Helden stets mit den neuesten Errungenschaften der Waffenforschung, z.B. einer Discokugel. Und seiner Vergangenheit entsprechend steht Ratchet total auf Beute in Form von Bolzen. Oder silberne und goldene Schrauben, Muttern, Federn und was weiß denn ich noch alles. Hauptsache Metall. Und Beute.

Clank als kleiner, flinker Roboter kämpft eher selten, sondern befindet sich entweder auf der Flucht vor deutlich größeren Gegnern oder löst knifflige Rätsel in Bereichen, in die Ratchet nicht gelangen kann (meistens aufgrund der Körpergröße). Ansonsten verbringt er viel Zeit damit, auf Ratchets Rücken geschnallt zu sein und bei Bedarf den Propeller oder Jetpack zu zünden, damit sein Träger über den ein oder anderen Abgrund gleiten kann.

Die etwa zehnstündige Solokampagne wird von Captain Qwark erzählend begleitet, der aber schon zu Beginn des Spiels Häftlingsklamotten trägt. Merkwürdig. Auch scheint er sich in verschiedenen Aspekten der Story zu widersprechen und irgendwie auch ein wenig neidisch auf unsere beiden Helden zu sein. Ohne seine Kommentare wäre »Ratchet & Clank« nur halb so witzig. Ach was, streicht das. Das Spiel ist einfach mega!

Aber was ist das denn nun für ein Spiel, mag sich der bis hierher vorgedrungene und geneigte Leser dieses leidlich mittelmäßigen Reviews wohl fragen. Tja. Es ist ein Shooter. Ganz ungeschminkt. Es ist ein bunter, witziger und extrem geiler Shooter. Ohne Quatsch. Und er macht Spaß!

Ihr müsst Scharen von Gegnern mit den aberwitzigsten Waffen von der Bildfläche putzen, Gehirne auf fremden Planeten im Flug einsammeln, mit Hoverboards über Bahnschienen driften, Spielkarten sammeln, tauchen, Mr. Zurkons Langeweile vertreiben, Geheimnisse entdecken, Rätsel lösen, geschickt von Plattform zu Plattform hüpfen, fliegen, ballern, einen Todesstern entschärfen, tanzen, rätseln, die Galaxis retten und lachen was das Zeug hält! Mit Ratchet & Clank ist ein irrsinnig witziger und auf seine Art lockerer Shooter für echt kleines Geld im PSN-Store zu haben, der ein Dauergrinsen garantiert. Für mich persönlich der bisher heißeste Spiel des Jahres-Kandidat!

Dieser Text wurde ursprünglich am 17. Mai 2016 auf arrcade.de veröffentlicht.