Tom Clancy’s Rainbow Six Siege

Mein Name ist Buck und gerade aktiviere ich den Unterlauf-Schrotflintenaufsatz an meinem Sturmgewehr C8-SFW, um damit das barrikadierte Fenster im Erdgeschoss von aussen zu „öffnen“. Mit einem ohrenbetäubenden Knall zersplittert das Holz als ich leicht seitlich auf das Fenster schiesse. Noch während ich den Aufsatz deaktiviere riskiere ich einen kurzen Blick in das Zimmer, scheint leer zu sein. Ich werfe einen zweiten, längeren Blick in den Raum und erkenne eine offene Tür in den nächsten Raum oder Flur. Gut. Die Waffe im Anschlag klettere ich über den Fenstersims. In diesem Moment nehme ich eine Bewegung im Flur wahr und erkenne den unverkennbaren Lauf eines Sturmgewehrs, auf dessen falsches Ende ich nur sehr kurz starre.

Noch vier verbleibende Operator im eigenen Team.

Während ich hinter einer provisorischen Barrikade kauere, lausche ich auf die Geräusche des eindringenden Teams. Zuerst nur ein leises Zischen, dann ein lautere Knall. Die Jungs sind gut, sie haben das mechanisch verstärkte Fenster im ersten Obergeschoss geöffnet und umgehen meine Kollegen, die im Erdgeschoss auf sie warten. Ein sehr lautes metallisches Klacken unmittelbar in meiner Nähe zaubert ein Grinsen auf mein Gesicht. Man nennt mich Frost und ich begrüße meine Feinde mit meiner ganz besonderen Willkommensmatte. Ich spähe über die Deckung hinweg und sehe den Gegner mit einem Fuß in der mechanischen Falle stecken, die ich direkt unter besagtes Fenster für den Fall gelegt habe, dass jemand den unorthodoxen Einstieg in das Wohnhauses wählt. Als ich meine Schrotflinte auf ihn richte, um ihm den zu Rest geben, erkenne ich hinter meinem fast wehrlosen Opfer noch auf dem Vordach zwei weitere Feinde, die zeitgleich das Feuer auf mich eröffnen.

Noch drei verbleibende Operator im eigenen Team.

Mein Sturmgewehr G2 ist geschultert als ich in der sicheren Deckung im Garten des Hauses kauere, in das mein Team gerade eingedrungen sind. Ich liege auf dem Boden und steuere über das Display meine kleine Schockdrohne fern, die sich bereits auf dem Weg in die nächste Etage des Hauses befindet. Am Ende der Treppe erkenne ich den verräterischen Laserstrahl einer Falle und mache mich an die Entschärfung. Ich bin Twitch und meine Stärke ist es, den Teamkollegen sicheres Geleit zu geben und Fallen und Gegner rechtzeitig zu finden, zu markieren und so unserem Team einen unschätzbaren Vorteil zu verschaffen. Kinderspiel. Die Fallen sind immer an den gleichen, vorhersehbaren Stellen angebracht. Fast wie im Lehrbuch. Aus den Augenwinkeln nehme ich plötzlich eine Bewegung war. Während ich nach meinem G2 greife richtet einer der Gegner seine Schrotflinte aus dem Fenster direkt auf mein Gesicht. Verdammt, wie ist der denn am meiner Drohne vorbeigekommen?! Ein lauter Knall lässt die Frage unbeantwortet.

Noch zwei verbleibende Operator im eigenen Team.

Meine Tasche mit den extra gepanzerten Schutzplatten für meine Teammitglieder werfe ich hinter der Geisel, die es um jeden Preis zu beschützen gilt, auf den Boden. Meine Kameraden nehmen sich je eine und fangen an, den Raum gegen das gleich anrückende Feindkommando zu verbarrikadieren. Ich, Rook, kontrolliere ein letztes Mal das Magazin meiner MP5 und laufe runter ins Erdgeschoss. Wahrscheinlich kommen die Arschlöcher zur Vordertür rein, dort werde ich sie dann auch entsprechend begrüßen. Ich ducke mich in einem dunklen Seitenflur hinter einen Türrahmen und warte auf verdächtige Bewegungen am Hauseingang. Unter der Türkante sehe ich einen Schatten vorbei huschen und grinse. Diese Anfänger! Der Schuss einer Schrotflinte reisst ein Loch in die Eingangstür, den Schützen vermag ich aber noch nicht auszumachen. Ich schiebe meinen Körper ein kleines wenig aus der Deckung heraus, um einen besseren Schusswinkel auf den Idioten zu bekommen, der gleich durch die Tür kommt. Die Kugel, die der Scharfschütze auf der anderen Straßenseite durch die Öffnung in der Tür auf mich abgefeuert hat, kommt nur einen Bruchteil nach dem Licht des aufblitzenden Zielfernrohrs bei meinem Auge an.

Letzter verbleibender Operator im eigenen Team.

Ich schultere mein Sturmgewehr SIG 556 und platziere die exotherme Sprengladung auf Kopfhöhe an der verstärkten Wand, hinter der ich die zum entschärfende Bombe vermute. Überall im Haus fallen Schüsse und ich höre Schreie sowohl von Teamkameraden als auch von Gegnern. Ein Tollhaus. Und mittendrin ich, Thermite. Mein Plan ist es, die vom Gegner verstärkte Wand zu destabilisieren, durch die dann entstandene Öffnung zu stürmen und mit meiner SIG die Feinde zu eliminieren, die mit der direkten Bewachung der Bombe beauftragt sind. Ich gehe ein paar Schritte zurück und zünde meine Ladung. Das habt ihr nicht erwartet, ihr Drecksäcke, was?! Ich stürme durch die noch rauchende Öffnung ins Zimmer und erblicke direkt die Bombe. Eine monströse, furchterregende Installation mit mehr Kabeln als es dem Entschärfer lieb sein wird. Aber keine Gegner. Verdammt, wo sind die Bewacher. Eine Schlag wie mit einem Vorschlaghammer auf einem Hinterkopf verrät mir das Kaliber desjenigen, der mich von hinten aufs Korn genommen hat.

Eigenes Team eliminiert. Sie haben verloren.


Es gibt kaum eine frustrierendere Erfahrung als »Tom Clancy’s Rainbow Six Siege« alleine zu spielen. Ohne Teamchat, also ohne Absprache, ist es fast unmöglich den Zauber dieses Spiels zu entdecken. Wer jedoch einmal miterlebt hat, was möglich ist, wenn sich die 5 Kameraden untereinander absprechen und überlegt und koordiniert vorgeht, der wird nichts anderes mehr spielen wollen.